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Wahrlich nicht von gestern ist das Ergebnis: 2. Sieg in Folge beim Stuttgarter Retro-Cup 2010. Top-Performance von der Auslosung morgens um 10 Uhr bis zum Showdown auf dem Dancefloor – irgendwann Richtung Morgenstunde.
Und ich konnte als Delegationsleiter dem OK-Team nach der dritten Runde Jägermeister das Versprechen abringen, dass wir beim 3. Sieg die Schale, die tatsächlich ein charmant-morbider Second-Hand-Pokal ist, für immer in unserer Vitrine, die tatsächlich ein bisher der Vereinsöffentlichkeit unzugänglicher Abstellraum im Anwesen Klotz ist, abstellen dürfen. An dieses Bekenntnis konnten sich die Turnierleiter dann auch tatsächlich erinnern und bestätigen diesen sensationellen Anreiz auf der eigenen Website http://stuttgarter-retrocup.weebly.com/. (Dort findet Ihr auch weitere Turnierdetails.) Das ist umso erstaunlicher, weil die Trophäen üblicherweise nach der Übergabe und den Pressefotos von der Administration wieder direkt eingezogen werden. Und das ist unsere Motivation für 2011!
Das müssen Männer mit Bärten sein
Los ging es um 10 Uhr mit der Auslosungszeremonie, einer sehr kecken Eröffnungsrede der Veranstalter, einer Showeinlage mit Gitarre von Stargast Raúl und der tünnes internen Präsentation der Tagesverkleidung, die Trainer Hannes K. mit verdächtig prächtigem Gespür für Retroausrüstungen in seinem first choice-Sportswear-Onlineshop “ebay” ersteigert hatte. Dazu noch eine Handvoll Bärte und fertig war die Lachnummer, die uns viele Sympathiepunkte einbrachte. Als Delegationsleiter wurde ich beim obligatorischen Brikett-Schütteln bei Dienstantritt übrigens direkt für unsere Retroverträglichkeit gelobt, die Ausschlussbedrohung war passé. Ich konnte dem Turnierleiter allerdings keine Entwarnung geben – eine zentrieren war ja auch nicht regelkonform -, denn er verwechselte meine Privat- mit unserer Kameradschaftsrobe, was in mir die nötige Aggressivität und alte Instinkte weckte, die mich immerhin zum internen Torjäger beflügelte.
Aber Hannes hatte wie gesagt echte Designerqualitäten bewiesen und uns eine ehrliche Retro-Ausrüstung gecheckt. Bei nahezu allen Kameraden hielten dann die Bärte leider nur noch sekundenlang für das eine oder andere Mannschafts- bzw. Porträtfoto. Nischl dagegen hat seine Perücke und seinen Bart sicher heute noch – uns ist selbst erst beim Duschen aufgefallen, dass Matte und Rotzbremse echter Natur waren. Bei Dr. Cosmo waren dann die Meinungen gespalten: einerseits stand ihm der Schnauzer mit Abstand am besten und damit erschreckend gut – allerdings auch am längsten. Er hat sage und schreibe den gesamten Tag bei 35 Grad in der Sonne und 7 Spiele mit der Schnur unter der Nase gespielt. Weil diese bei allen anderen mit der ersten Schweißperle herunter purzelte, müssen wir über den körperlichen Einsatz von Consigliere Cosmo nochmals reden.
VHS – von vorne, von hinten und von der Seite ungebummst ins Finale
Die tünnes Tagestruppe war immer bei derartigen Wochenendveranstaltungen interessant und wild zusammengestellt, die Taktik war Retro à la “flach spielen, knapp gewinnen und Körner für den Familiensonntag sparen”. Dennoch fegten wir die ersten 2 Mannschaften mit Startschwierigkeiten 3:0 vom Platz. Ein Sieg und ein Remis später, spielten wir im Viertelfinale als Gruppensieger gegen den 4. der anderen Gruppe ein Trauerspiel, das wir mit einem Tor in Superzeitlupe und während der Endspurt-Einspielmusik – wer kann besser Superzeitlupe spielen als ich – lausig mit 1:0 gewannen. Im Halbfinale dann wieder tünnes in Bestform und mit klarem Sieg. Im Finale dann endlich das mieseste Match des Tages zur rechten Zeit. Sprich sensationelle Leistung weil kein Gegentor bekommen. Womit die Feldspieler allerdings wenig am Fuß hatten.
Riesenkrake Kurz klammert sich an den Sieg
Es war Showtime für Hannes. Nachdem er eine Handvoll Unhaltbare während der Spielzeit entschärfte und wir uns das Schauspiel aus nächster Nähe betrachten konnten, hatten wir für das 9-Meter-Schießen deshalb wenig Sorgen, er trat zudem noch als erster unserer Truppe zum Showdown an und traf schnörkellos. Wirklich in Sorge waren wir auch nicht als Thommy, den Ball humorlos an den Pfosten hämmerte und ich nach Eieranlauf den Torwart ausguckte und ebenso den Ball. Besser machte es die Krake, die directement gegnerische Strafstöße sehenswert parierte. Und natürlich Consigliere Cosmo, der den Penalty genauso schoss, wie ich es mir vorgenommen aber leider nicht ausgeführt hatte. Der Siegtreffer – natürlich immer noch mit Oberlippenmuschi! Anschließend konnte keiner mehr laufen, keiner wusste warum und alle wollten sich verdrücken.
Steil in der Schräglage
Käpten Blaubär Hannes Kurz verdonnerte aber eine kleine Delegation zum Anstandsbesuch im Club Schräglage, wo gegen 21 Uhr Abschlussreden und Pokale geschwungen wurden. Aus einer kleinen unmotivierten Truppe wurde dann eine geile Gemeinschaft, die erst fleißig für alle anderen Ausgezeichneten applaudierte, dann mit Pokal vor der Presse posierte – bevor wir ihn wieder abgeben mussten. Anschließend leerten wir die Familienflasche Jäger gemeinschaftlich und sozial verträglich, bevor dann ein überschaubarer Teil vom Dachgarten Schräglage steil einen Stock tiefer auf den Dancefloor zog – bis der Dampfhammer im Kopf um die Ecke bog. Deshalb Kamerad Junior, nichts für ungut, der Abgang im klassisch französischen Stil war schlicht nicht meine Schuld – Stichwort Unzurechnungsfähigkeit!
Und was ist die Moral von der Geschicht’: anders Fußball spielen könn’ wir nicht! Nicht mehr!
Weitere Bilder rund um den Retro-Cup 2010 findet Ihr auf der Stuttgarter Retro-Cup-Website oder auf Flickr unter
http://www.flickr.com/photos/52996186@N06/sets/72157624727818906/?page=3
Das Turnier macht mächtig Spaß, ist exakt unsere aktuelle Kragenweite und hat mehrere unwiderstehliche Attraktivitätsvorteile: Spaßveranstaltung mit Wettbewerbs-Charakter, Qualität und Klasse in Sachen Location (Turnier & Players Night), Gegner und Publikum (Turnier & Players Night). Einfach Bolzen und Bier! Hat!
Bolzwart Klingler
Es ist passiert. Und nicht mehr zu ändern. Und auch nicht so schlimm. Was war geschehen?
Mit 2:3 (1:0) haben wir letzten Samstag gegen 98elf unser 2. Gruppenspiel verloren. Der Gruppensieg ist damit unerreichbar – der direkte Vergleich lässt grüßen -, die Qualifikation für das Halbfinale (spielen die Gruppenzeiten und -dritten gegeneinander aus) immerhin sicher. Genauso sicher wie der Halbfinalgegner: Team Sportfreunde (formally known as Barcode). Dem Favoriten wären wir gerne aus dem Weg gegangen und erst im Finale begegnet. Hätte meine Oma einen Pimmel, dann wär sie mein Opa.
Dabei fing der Nachmittag ganz sonnig an. Wir hatten das Spiel unter Kontrolle, machten die Räume eng und hielten solide dagegen – gegen aggressive und hochmotivierte Gegner. Die bessere Spielanlage setze sich durch. Eine schöne Kombination über Michl und Benny schloss Zurse mit einem hübschen Flugkopfball zur Führung ab. Danach wenige dafür ausgezeichnete Chancen auf beiden Seiten (z. B. setzt setzt Hannes Kopfball aus kurzer Distanz am Tor vorbei und Benny vergibt gute Schussgelegenheiten, während 98elf 2 mal unser Gestänge prüft). Insgesamt eine flotte Partie mit dem schöneren Sommerfußball und der besseren Taktik von tünnes. Einziges Manko: wir machen das Spiel nicht eng genug, zwischen Libero Klotz und dem Sturm um Hannes, Benny und Michl klaffen beängstigend große Löcher. Das ksotet Kraft und Nerven.
Die Halbzeitsprache ist unaufgeregt knapp, wie der Vorsprung selbst.
Die 2. Hälfte zeigt schnell, dass 98elf gewillt ist, das Spiel zu drehen. Diesen Willen kann das wunderbare 2:0 – Günne knallt einen Queraschläger aus 20 Metern halbrechter Postion ins Linke Toreck – nur einige Minuten abwenden. Im Gefühl eines sicheren Sieges, werden die Löcher zwischen den Manschaftsteilen größer und die Laufwege weiter. Zwei, drei beste Einschussgelegenheiten lassen wir liegen während der Gegner kämpferisch eine Schippe drauf legt. Der Anschluss fällt in der 70. Minute nach einem Eckball. Den verwaisten Ball findet der Gegner schneller und stupfelt aus 5 Metern zum Anschluss. Jetzt ist die Zeit gekommen, sich italienisch und dem Alter entsprechend in die eigene Häfte einzunisten und taktisch-technisch versierten Opa-Fußball zu präsentieren: kompakt und eng von Abwehr bis Sturm, Kurzpassspiel, im richtigen Moment sticheln und die Kollegen Benny K. oder Michael R. auf Torreise schicken. Fußball der Version 1.0.
Wir haben es nicht getan, und das ist das Ärgerlichste an dieser Niederlage. Auf dem Feld hat kaum einer konstrukitve Kommandas gegeben und vorallem wie so oft keiner welche angenommen. Ansagen wurden persönlich und oder gar nicht angenommen. So haben wir in der 2. Häfte taktisch wie ein Haufen zusammengewürfelter Schuljungen gespielt, konnten den stark aufdrehenden 98elfern nicht mehr den Rückenwind abdrehen, haben nach 2 Standards zwei weitere billige Treffer zugelassen, dazu noch selbst zwei, drei eigene Hochkaräter ausgelassen. Und fertig war die dann insgesamt verdiente Niederlage.
Die meisten haben starken Einsatz geliefert und viele gar gut gespielt, und Chancen lassen wir sonst auch auf der Strecke. Der Gegner ist mindestens genauso gebrechlich und mit ähnlich bescheidener Fitness gesegnet. An Cleverness, taktischem Gespühr und Robustheit im Zweikampf hat es aber gemangelt, so hat nicht das größere spielerische Potential, sondern die ausgeprägtere Leidenschaft von 98elf gesiegt.
Glückwunsch an den Gegner. Asche auf unser Haupt.
Das Positive daran: Wir können es besser – auch mit vergleichbarer Aufstellung und Einsatz.
Und wir schmollen lange nicht mehr so ausgiebig wie früher. Mund abputzen, Panini Bildchen tauschen, über die WM philosophieren, Freundschaftliches austauschen und die neue Leichtigkeit der Niederlage genießen, ist angesagt, garniert mit Hofpen und Malz.
Eine ehrenwerte neue Charakteristik von tünnes – nach vielen erfolgreichen Jahren logisch.
Aber das tünnes Siegergen ist immer noch in uns. Lasst es uns im nächsten Spiel wieder durchschlagen. Der dezente Siegestaumel ist nämlich auch ein ganz hübsches Gefühl und ein ehrenwertes Ziel.
Blogwart Klingler



















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